Kevin "Ventus" Wolf, 2019.

Hallo da draußen!

Ich bin Kevin Wolf und ich mache multimediale Kunst. 

Kunst bedeutet für jeden etwas anderes. Während der eine bildender Künstler ist und sich Leinwänden und Papier verschreibt, der andere Installationen oder Skulpturen macht und der nächste durch Aktionen seine Botschaften in die Welt bringen will, fragte ich mich oft, was eigentlich genau der Kern dessen ist, was ich zu erreichen versuche.

Um 2015 herum hat mich ein alter Freund gefragt, was eigentlich mein "Traum" in diesem Leben ist. Was ist es, warum ich hier bin? 

Auf diese Frage war ich erst nicht vorbeitet und sie hat mich in eine Sinnkrise gestürzt. Zuerst reagierte ich abwehrend, da ich mich in einer depressiven und zutiefst nihilistischen Phase befand, ja ich wurde sogar etwas sauer auf diesen Freund. Was maßte dieser Mensch sich an, mich nach meinem Traum zu fragen? Was geht ihn das an? 

Kurz darauf wurde mir klar, woher dieser Abwehrhaltung kam -Ich lebte in den Tag hinein und wässerte die Konsummühle, in die wir gesteckt werden, wenn wir nicht auf uns aufpassen. 

Ich hatte keinen Traum. Nichts, wofür ich leben wollte.

Aber das ist auch nicht die ganze Wahrheit. Meine Verletzung ging tiefer. Natürlich hatte ich einen Traum. Etwas, was jeder von uns schon als Kind über sich weiß. Etwas, was er wirklich will und was für viele andere Menschen nur wie eine wilde, unerreichbare Phantasie aussieht. So war es auch bei mir. Mein Traum war schon immer sehr abstrakt und wenig konkret gewesen, sodass er bei den meisten auf Ablehnung stoß.

Ich wollte Schönheit erschaffen!

Doch konnte ich diesen Traum als junger Mensch unmöglich formulieren - oder gar in einen Berufswunsch packen. Wie sollte man auch jemandem erklären, was man alles will? 

Ich wollte auf der Bühne stehen und Musik spielen. Ausstellungen mit meinen Bildern machen. Filme drehen, Schauspielern, Gedichte schreiben und Poesie vortragen, Singen, Tanzen, Menschen kennenlernen, zu denen ich aufblicken konnte, und all die wunderbaren Farben dieser Welt zu etwas großem, ganzen und wunderbaren verweben.

Stattdessen machte ich mein Abitur und fing ein Studium der Informatik an, weil ich das richtige machen wollte. Was natürlich auch tierisch in die Hose ging :-)

Zehn Jahre Depression durch Scheitern und Selbstfindungskrise später fragte mich mein alter Freund dann nach meinem Traum und ich begann mich langsam wieder auf mein eigentliches, ursprüngliches Wesen zurück.

Zum dem tiefen Schwarz, was mich schon eine Weile begleitet hat, kamen nun all die anderen leuchtenden, glühenden und bunten Farben zurück. Eine nach der anderen eroberte ich sie mir. Mit jeder Offenbarung meiner eigenen Spiritualität, meiner eigenen Entwicklung und meiner eigenen Techniken verdiente ich sie mir und fügte sie meinen Werkzeugen hinzu. Jedes neue Element, dass ich für mich entdecke, wird zu einem magischen Vertrauten. Und mit jeder neuen Erfahrung, jeder neuen Bewusstseinsebene, erinnere ich mich immer mehr daran, dass ich all dies schon immer wusste. Das diese Energie schon immer in mir war. 

Ich bin Künstler. Ich bin kein Künstler? Wer weiß. 

Ich glaube wir alle sind Künstler. Jeder von uns kommt voller Kreativität auf die Welt. Den meisten wird jedoch leider an irgendeinem Punkt in ihrem Leben gesagt,  dass sie keine sind. Wir werden traumatisiert und verlieren den Glauben an unsere Schaffenskraft. Häufig leider von etablierten "Künstlern", die sich eine kapitalistische Monopolstellung sicherstellen wollen um sich über andere zu erheben und sich selbst zu einer Kultfigur zu machen. So eine Art Künstler werde ich nie sein.  Diesem Gedanken entgegen zu wirken ist Teil meines Bestrebens. Den kreativen Funken in anderen wieder zu entzünden Teil meines künstlerischen Ausdrucks.

Kunst zu machen ist kein Wettbewerb! Geld mit seiner Kunst zu verdienen nicht das Maß. 

Kunst zu machen ist ein menschlicher Urtrieb. Eine Bedürfniserfüllung nach Selbstausdruck. 

Kunst zu machen bedeutet für jeden von uns etwas anderes. Und niemand anderes als wir selbst richten darüber, ob unsere Kunst gut ist. Ob wir Künstler sind, oder nicht. Haben wir Freude am erschaffen, dann sind wir Künstler.

Kunst zu machen - Schönheit zu erschaffen - das beschränkt sich für mich nicht auf Farben, oder Bilder, oder Musik, oder Videos. Es reicht weiter. Schönheit muss nichtmal unbedingt ästhetisch sein. Sie hat unendlich viele Facetten und reicht dabei auch tief ins Zwischenmenschliche. Schönheit ist Verbindung. Schönheit ist Liebe.

Und so gehe ich meinen Weg - Stets auf der Suche nach neuen wunderbaren schönen Menschen. Denn am liebsten erschaffe ich mit anderen zusammen. Gemeinsame Kunstwerke sind immer größer als die Summe seiner Teile. Die Verbindung von Ideen, Talenten und das Vermischen der eigenen Farben mit denen von Anderen - das ist es, was für mich die größte Kunst ist. 

Meine Kunst ist eine schamanische Reise. Das Ziel? Mein eigenes Ich. Wer bin ich? Wozu bin ich im Stande? Was kann ich alles erreichen? Wie schön wird das große Gesamtkunstwerk, dass ich mein Leben nenne?

Wir werden sehen. Es bleibt spannend. Begleitet mich doch ein bisschen auf dieser Reise. Sie ist finster, strahlend hell, grausam, liebevoll, einsam, verbunden,schwarz,  bunt, verzweifelt, voller Hoffung, hoffnungslos, kreischend laut und furchtbar leise. Sie ist Chaos. Sie ist Ich.

Und jetzt entschuldigt mich. Ich mache grade wahrscheinlich irgendein abgefahrenes neues Ding und komme erst wieder in ein paar Wochen aus meinem verrückten Turn der Magie heraus.

Bis bald,
Euer Kevin



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